Ohren reinigen richtig beim Hund klingt erst mal nach einer trockenen Pflichtaufgabe — aber wenn du ein paar einfache Regeln kennst, wird daraus ein kurzer, entspannter Moment, der Gesundheit und Wohlbefinden deines Vierbeiners deutlich verbessert. In diesem Beitrag erfährst du praxisnahe Tipps, typische Fehler, Schritt-für-Schritt-Anleitungen und wann es Zeit ist, den Tierarzt zu rufen. Lass uns loslegen — damit du deinem Hund unangenehme Entzündungen ersparst und beide Seiten entspannter bleiben.
Warum die Ohrenpflege bei Hunden so wichtig ist
Die Ohren deines Hundes sind empfindlich und anfällig für Probleme. Wärmere Temperaturen, Feuchtigkeit und Schmalz begünstigen das Wachstum von Bakterien und Hefepilzen. Besonders Hunde mit hängenden Ohren, dichtem Fell im Gehörgang oder mit einem erhöhten Hautfettanteil haben ein höheres Risiko. Wenn du lernst, Ohren reinigen richtig durchzuführen, verhinderst du Schmerzen, chronische Entzündungen und sogar Hörverlust.
Nach dem Baden ist die richtige Nachsorge wichtig, denn Feuchtigkeit begünstigt Pilze und Bakterien — daher sind praktische Hinweise zur Baden und Trockenroutine hilfreich, um zu wissen, worauf du achten musst. Allgemeine Tipps zur regelmäßigen Fell- und Körperpflege findest du gebündelt unter Hundepflege und Hygiene, dort gibt es Hinweise, die über die Ohrenpflege hinausgehen und deinen Alltag erleichtern. Auch andere Pflegethemen sind wichtig für die Gesundheit deines Hundes, zum Beispiel die tägliche Pflege des Mauls — mehr dazu bei Zahnpflege bei Hunden, denn eine ganzheitliche Pflege schützt vor Folgeproblemen und sorgt für ein rundum gesundes Tier.
Warum es nicht nur um Sauberkeit geht
Viele denken, es geht nur darum, sichtbaren Schmutz zu entfernen. Tatsächlich schützt das natürliche Ohrsekret (Ohrenschmalz) das Gehör vor Fremdkörpern und hält den pH-Wert im Ohr im Gleichgewicht. Zuviel oder zu wenig Reinigung kann also das Gleichgewicht stören. Das Ziel beim Ohren reinigen richtig ist: nur das entfernen, was stört, und den natürlichen Schutz nicht unnötig angreifen.
Wer ist besonders gefährdet?
- Hunderassen mit hängenden Ohren (z. B. Cocker Spaniel, Basset Hound)
- Hunde mit viel Haar im Gehörgang (z. B. Pudel, Terrier)
- Hunde, die viel schwimmen oder nass werden
- Allergische Hunde oder solche mit Hautproblemen
Welche Utensilien du für die Ohrenreinigung brauchst
Ein paar einfache Hilfsmittel reichen aus. Du brauchst keine teuren Spezialgeräte — aber Qualität und Sicherheit sind wichtig. Hier eine praktische Packliste für das Ohren reinigen richtig:
- Ohrreiniger für Hunde (tierarztgeprüft oder apothekenfähig)
- Weiche Kompressen oder Mulltücher
- Ein paar Wattepads (nicht tief einführen)
- Handtuch oder Unterlage
- Leckerlis zur positiven Verstärkung
- Gute Beleuchtung (Lampe, Tageslicht) und ggf. Lupe
- Optional: Ohrpflegebürste für viel behaarte Ohren
Wichtig: Verzichte auf Hausmittel wie Essig, Alkohol oder Wasserstoffperoxid, sofern der Tierarzt nichts anderes empfiehlt. Diese Stoffe können die Ohrhaut reizen und bestehende Probleme verschlimmern.
Schritt-für-Schritt: Ohren reinigen richtig – So geht’s
Wenn du folgende Schritte beachtest, wird das Ohren reinigen richtig zur Routine — schonend, sicher und effektiv. Nimm dir Zeit, sei ruhig und belohne deinen Hund. Geduld zahlt sich aus.
Vorbereitung
Schaffe eine ruhige Atmosphäre. Setze oder lege deinen Hund bequem hin. Nutze ein Handtuch, falls es spritzt. Stell alle Utensilien griffbereit. Ein kurzes Aufwärmen mit liebevollen Worten und einem Leckerli macht dein Tier entspannter.
Schritt 1: Sichtkontrolle
Bevor du reinigst, schaue genau hin. Achte auf:
- Rötung oder Schwellung
- Dunkles, bräunliches oder blutiges Sekret
- Starker Geruch
- Schmerzreaktion beim Berühren
Fällt dir eines dieser Zeichen auf, ist Ohren reinigen richtig nicht mehr allein ausreichend — ab zum Tierarzt.
Schritt 2: Anwendung des Reinigers
Trage ein paar Tropfen des empfohlenen Ohrreinigers in den Gehörgang auf (laut Packungsanweisung). Halte die Flasche nicht zu tief. Verwende immer saubere Hände oder Einmalspritzen für eine hygienische Anwendung.
Schritt 3: Sanft massieren
Massiere nun die Ohrbasis außerhalb des Ohres für etwa 20–30 Sekunden. Das löst Ohrenschmalz und verteilt den Reiniger. Du kannst dabei ruhig mit einem lockeren Spruch oder Lob arbeiten — Hunde reagieren positiv auf Stimme und Berührung.
Schritt 4: Kopfschütteln und Abwischen
Erlaube deinem Hund, den Kopf zu schütteln — das hilft, gelösten Schmalz nach außen zu bringen. Wische anschließend mit einer weichen Kompresse die Ohrmuschel und den Eingang des Gehörgangs sauber. Wiederhole den Vorgang nur so oft wie nötig.
Schritt 5: Keine tiefen Eingriffe
Führe keine spitzen Gegenstände oder Wattestäbchen tief in den Gehörgang ein. Reinige nur, was sichtbar ist. Zu tiefe Reinigung kann das Trommelfell verletzen oder Ohrenschmalz weiter hineinschieben.
Schritt 6: Belohnung und Dokumentation
Belohne deinen Hund mit einem Leckerli oder einer kurzen Spielrunde. Notiere Auffälligkeiten — Farbe, Geruch, Menge des Sekrets — am besten in einem Pflegeheft. Wenn sich etwas deutlich verändert, kontaktiere den Tierarzt.
Typische Fehler bei der Ohrenreinigung und wie du sie vermeidest
Viele Fehler entstehen aus Sorge oder Unerfahrenheit. Hier die häufigsten Fallen und wie du sie sicher umgehst, damit Ohren reinigen richtig bleibt.
Fehler 1: Zu tief und zu aggressiv reinigen
Warum das schadet: Du kannst das Trommelfell verletzen oder Ohrenschmalz weiter in den Gehörgang drücken. Wie du es besser machst: Reinige nur den sichtbaren äußeren Bereich und nutze sanfte Lösungen.
Fehler 2: Falsche oder reizende Mittel
Warum das schadet: Alkohol, Essig oder andere Haushaltsmittel können die empfindliche Haut im Ohr angreifen. Wie du es besser machst: Nutze nur speziell für Hunde entwickelte Produkte oder tierärztlich empfohlene Präparate.
Fehler 3: Zu häufige Reinigung
Warum das schadet: Die natürliche Schutzschicht wird gestört, was neue Probleme begünstigt. Wie du es besser machst: Kontrolliere regelmäßig; reinige nur bei Bedarf oder nach Anweisung des Tierarztes.
Fehler 4: Ignorieren von Warnsignalen
Warum das schadet: Kleine Symptome können sich schnell verschlimmern. Wie du es besser machst: Wenn du Geruch, Blut, starke Rötung oder Schmerz bemerkst, warte nicht — der Tierarzt sollte untersuchen.
Fehler 5: Ungeduld und Druck
Warum das schadet: Dein Hund verbindet die Prozedur mit Stress und wehrt sich künftig stärker. Wie du es besser machst: Mache aus der Reinigung ein angenehmes Ritual. Übe in kurzen Schritten und belohne konsequent.
Anzeichen für Ohrenprobleme bei Hunden und wann zum Tierarzt
Manche Beschwerden lassen sich zu Hause behandeln, andere erfordern professionelle Hilfe. Achte auf diese Warnsignale — sie zeigen dir, wann Ohren reinigen richtig nicht mehr ausreicht und ein Tierarzt nötig ist.
Akute Warnsignale
- Starker, fauliger oder süßlicher Geruch aus dem Ohr
- Dunkles, grünes oder blutiges Sekret
- Starkes Kopfschütteln oder ständiges Kratzen
- Schmerzen beim Berühren, starke Rötung, Schwellung
- Gleichgewichtsprobleme oder ungewöhnliche Kopfhaltung
Chronische oder wiederkehrende Probleme
Wenn dein Hund öfter Ohrenentzündungen hatte, können Ursachen wie Allergien, Parasiten oder anatomische Besonderheiten dahinterstecken. Hier kann eine ausführliche Diagnostik (z. B. Ohrabstrich, Allergietests, Futteranalyse) durch den Tierarzt helfen. Manchmal ist eine langfristige Pflege- und Behandlungsstrategie notwendig.
Was der Tierarzt typischerweise macht
- Inspektion und ggf. Ohrmikroskopie
- Abstriche für Mikroskopie/Kultur
- Medikamentöse Behandlung (Antibiotika, Antimykotika, Kortison)
- Empfehlung für spezielle Pflegeroutinen oder Nahrung
FAQ: Häufig gestellte Fragen zur Ohrenpflege bei Hunden
Wie oft solltest du die Ohren deines Hundes kontrollieren und reinigen?
Kontrolle ist das A und O: Schau mindestens ein- bis zweimal pro Woche in die Ohren deines Hundes, besonders wenn er zu Problemen neigt. Reinigen solltest du nur bei Bedarf — also wenn sichtbares Sekret, starker Geruch oder Schmutz vorhanden ist. Bei wasserliebenden Hunden oder Rassen mit hängenden Ohren kann eine vorsichtige Kontrolle nach dem Schwimmen sinnvoll sein. Zu häufiges Reinigen kann die natürliche Schutzbarriere stören, daher immer maßvoll vorgehen.
Welcher Ohrreiniger ist empfehlenswert?
Verwende am besten pH-neutrale, für Hunde entwickelte Ohrreiniger. Frag deinen Tierarzt nach Empfehlungen — er kennt die Bedürfnisse deines Hundes am besten. Achte auf Produkte ohne Alkohol und ohne reizende Zusätze. Bei chronischen Problemen kann der Tierarzt spezielle medizinische Lösungen verordnen. Qualität vor Preis: Ein guter Reiniger löst Schmalz, ohne die Haut auszutrocknen.
Kannst du Wattestäbchen verwenden?
Wattestäbchen sind nur für den äußeren Bereich der Ohrmuschel geeignet. Auf keinen Fall tief in den Gehörgang einführen — das kann Ohrenschmalz weiter hinein drücken oder das Trommelfell verletzen. Nutze stattdessen Kompressen oder spezielle Einmal-Tupfer für die sichtbare Stelle im Ohr. Wenn du unsicher bist, zeigt dir dein Tierarzt die richtige Handhabung.
Was tun, wenn das Ohr riecht oder stark verschmutzt ist?
Ein unangenehmer Geruch ist meist ein Zeichen für eine Infektion. Reinige das Ohr nicht übermäßig selbst, sondern lass es vom Tierarzt untersuchen. Oft sind Medikamente nötig (Antibiotika, Antimykotika). Bis zum Tierarztbesuch kannst du vorsichtig die Ohrmuschel säubern, vermeide aber aggressive Hausmittel. Schnelles Handeln verhindert schlimmere Entzündungen.
Verursacht Schwimmen Ohrenentzündungen?
Wasser im Ohr kann Infektionen begünstigen, vor allem bei Hunden mit engen oder hängenden Gehörgängen. Nach dem Schwimmen solltest du die Außenseite der Ohren vorsichtig abtrocknen und bei Bedarf kurz kontrollieren. Manche Hunde profitieren von einer leichten, veterinärempfohlenen Reinigung nach dem Schwimmen — aber übertreib es nicht. Eine gute Trockenroutine nach dem Baden reduziert das Risiko deutlich.
Soll man Ohrhaare entfernen oder ausdünnen?
Bei manchen Rassen bilden sich viele Haare im Gehörgang. Ob und wie du diese entfernst, hängt von der Rasse und dem individuellen Hund ab. Manche Tierfriseure oder Tierärzte empfehlen vorsichtiges Ausdünnen, andere raten davon ab, da das Entfernen die natürliche Belüftung verändern kann. Lass dich am besten fachmännisch beraten und vermeide grobe Eigenbehandlungen, die reizen oder kleine Verletzungen verursachen könnten.
Wie erkennst du Ohrmilben und was kannst du tun?
Ohrmilben verursachen oft starken Juckreiz, dunkles krümeliges Sekret und häufiges Kratzen. Ein Tierarzt stellt den Befall meist per Mikroskopabstrich fest und verschreibt entsprechende Mittel (antiparasitäre Tropfen oder Salben). Achtung: Ohrmilben sind ansteckend für andere Tiere im Haushalt — behandel alle betroffenen Tiere und reinige Liegeplätze gründlich.
Ist Ohrenpflege bei Welpen anders?
Ja. Bei Welpen sind die Ohren empfindlicher, also gehe sehr sanft vor. Gewöhne den Welpen früh an Berührungen am Kopf und an die kurze Pflegeprozedur, damit er später ruhig bleibt. Reinigen nur bei Bedarf und mit sehr milden, empfohlenermaßen tierarztgeprüften Produkten. Positives Training mit Lob und Leckerli hilft, die Prozedur stressfrei zu gestalten.
Wann solltest du zwingend den Tierarzt aufsuchen?
Sofortiger Tierarztbesuch ist angesagt bei starkem Geruch, blutigem oder grünlichem Sekret, deutlicher Rötung, Schwellung, starken Schmerzen, Gleichgewichtsproblemen oder wenn die Beschwerden immer wiederkehren. Auch wenn Hausmittel nichts bringen oder dein Hund das Ohr extrem empfindlich zeigt, sollte ein Profi die Ursache klären. Frühes Eingreifen verhindert chronische Schäden.
Gibt es Hausmittel, die du bedenkenlos verwenden kannst?
Die meisten Hausmittel sind riskant: Alkohol, Essig oder Wasserstoffperoxid können die empfindliche Haut reizen. Am sichersten ist es, auf veterinärempfohlene Reiniger zurückzugreifen oder den Tierarzt zu fragen. Manchmal sind einfache Maßnahmen wie sanftes Abwischen mit lauwarmem Wasser und einer Kompresse in Ordnung, aber langfristig solltest du bewährte Produkte nutzen, damit Ohren reinigen richtig und sicher bleibt.
Bonus: Trainings-Tipp fürs Ohrpflege-Ritual
Baue die Pflege in positive Mini-Rituale ein. Übe zunächst nur das Hochheben der Ohrmuschel, lobe und gib ein Leckerli. Dann fügst du die Kompresse hinzu, wieder Lob. Schritt für Schritt gewöhnt sich dein Hund an die Routine — und du an das Ohren reinigen richtig. Kleine Erfolge feiern, das zahlt sich aus.
Praktischer Alltagstipp
Wenn du viel unterwegs bist, befällt dich vielleicht das Gefühl, die Ohrenpflege sei zu aufwendig. Mach es kurz und regelmäßig: 2–3 Minuten Kontrolle nach dem Gassigehen genügen oft. So entdeckst du Probleme frühzeitig und ersparst dir größere Einsätze beim Tierarzt.
Fazit: Ohren reinigen richtig bedeutet aufmerksam, sanft und bedarfsorientiert vorzugehen. Kenne die Warnsignale, nutze geeignete Mittel und mache die Prozedur stressfrei und positiv für deinen Hund. Bei Unsicherheiten oder auffälligen Symptomen zögere nicht, den Tierarzt aufzusuchen — Prävention ist der beste Schutz. Viel Erfolg beim Üben: Mit Ruhe, Routine und einem netten Leckerli wird die Ohrenpflege bald zur entspannten Routine für euch beide.


